Das Handwerk kommt an die Karl-Erhard-Scheufelen Realschule

Im Rahmen ihrer InfoTour kamen Adele Barnau und Maria Azzarone von der Handwerkskammer Region Stuttgart in der Blockunterrichtswoche zum ersten, aber sicher nicht zum letzten Mal an die Realschule.

Die achten und neunten Klassen erfuhren aus erster Hand, wie vielseitig Handwerksberufe sein können. Neben bekannten Ausbildungsberufen wie dem Kraftfahrzeugmechatroniker oder dem Friseur wurden auch Arbeitsfelder unbekannterer Metiers, wie beispielsweise dem Hörakustiker und dem Sattler, anschaulich erklärt.

„Es gibt 130 verschiedene Handwerksberufe und zurzeit herrscht großer Bedarf. Zudem hat man nach Abschluss einer Ausbildung im Handwerk gute Aufstiegs- und Karrierechancen“, vermittelte Frau Barnau den Schülern. Nach der Erläuterung der Besonderheiten einzelner ausgewählter Berufe und Vorstellung von Ausbildungsmöglichkeiten lernten die Zuhörer noch eine von der Handwerkskammer eigens erstellte Videoplattform kennen, auf der sie selbst Handwerksberufe entdecken sowie nach Praktikums- und Lehrstellen in der Region Stuttgart suchen können.

Marcus Walter, Beauftragter für Berufsorientierung und Initiator dieser Partnerschaft, zog am Ende der InfoTour folgendes Fazit: „Handwerk steckt überall drin. Dies haben die Schüler und auch die begleitenden Lehrer heute erkannt. Nach Erhalt der zahlreichen, interaktiv vermittelten Informationen zu den Handwerksberufen sowie zu deren Aufstiegsmöglichkeiten ist es essenziell, dass die Schüler nun ihren Interessen und Neigungen gemäß nach dem passenden Gewerbe suchen. Das Wichtigste ist, offen für Neues zu sein.“

Neugierig geworden? Auf https://www.azubitv.de/ gibt es nähere Informationen. Vorbeischauen lohnt sich!

E.H.

Where the craic is mighty – Schüler der Realschule Lenningen zu Gast in Nordirland

Als 41 Schülerinnen und Schüler der Karl-Erhard-Scheufelen Realschule Lenningen in Dublin aus dem Flugzeug stiegen und irischen Boden unter den Füßen spürten, wurde ihnen bewusst, wie schnell ein Jahr vergehen kann.

Zur gleichen Zeit vor einem Jahr, im Oktober 2018, lernten sie ihre Austauschschüler aus der nordirischen Gemeinde Dromore kennen und verbrachten mit ihnen fünf aufregende Tage in Stuttgart. Mit viel Begeisterung zeigten sie ihre deutsche Heimat und brachten den Nordiren „the German way of life“ näher.

Vom 21. bis 25. Oktober 2019 fand nun der heiß ersehnte Rückaustausch statt.

Nach einer langen Anreise von Memmingen über Dublin zur Greenhill YMCA-Jugendherberge in Newcastle bezogen die Lenninger ihre Zimmer. Schnell war der kleine Kulturschock aufgrund der doch etwas anders ausgestatteten Räumlichkeiten überwunden, als das große Wiedersehen der beiden Gruppen bei Sandwiches und Limonade in der Kantine stattfand.

Der nordirische Lehrer und Schirmherr des Austauschs, Piotr Sidor, bot den Schülern die Teilnahme an einem abwechslungsreichen Programm, welches nicht nur zur Erprobung und Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse aufforderte, sondern auch die Geschichte Nordirlands näherbrachte. Die deutsche Initiatorin des Programms, Carmen Stöferle, erklärte zu dessen Zielsetzung: „Neben dem kulturellen Austausch ist es uns vor allem wichtig, dass unsere Schüler erkennen, dass die Fremdsprache nicht nur ein manchmal lästiges Unterrichtsfach ist, sondern die Möglichkeit bietet, Teenager aus anderen Ländern kennenzulernen, Freundschaften zu knüpfen und dadurch Sprache als ein Tool zu erleben, für das sich das Pauken lohnt.“

Am ersten Tag nach der Ankunft stellten Deutsche und Nordiren bei verschiedenen Challenges ihre Sportlichkeit sowie ihre Teamfähigkeit unter Beweis, beispielsweise beim Erklimmen einer hohen Kletterwand. Im Anschluss erkundeten alle die kleine Stadt Newcastle, deren Berge nahezu ins Meer zu ragen scheinen.

Mittwochs begleiteten die deutschen Schüler ihre Austauschpartner zur Schule und verschafften sich einen Eindruck der Dromore High. Sie besuchten zwei Unterrichtsstunden und einige hatten sogar das Glück, der Assembly, einer täglich alternierenden Vollversammlung einzelner Klassenstufen, beizuwohnen. Hierbei hielt der Rektor der Schule, Ian McConaghy, eine fesselnde Rede zum Thema Werte und rief die Schüler unter anderem zu Höflichkeit und Hilfsbereitschaft auf. Nach einem frisch zubereiteten Mittagessen in der Schulmensa brach die Gruppe zu einer kleinen Wanderung an der Ostküste nach Bangor auf. Am Abend tobten sich die Schüler und auch einige Lehrer in einem Activity Park in Belfast aus.

In der Hauptstadt Nordirlands wurde auch der letzte gemeinsame Tag verbracht. Zunächst erhielten die Schüler eine Führung durch die City Hall, das Rathaus, und lernten dort etliches über die Geschichte Irlands, vor allem über den Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten. Nach etwas Freizeit, welche größtenteils zum Shoppen von Souvenirs genutzt wurde, brachen die 71 Schüler und 6 Begleitpersonen in Richtung Titanic Museum auf. Während einer interaktiven Führung mit Guide mussten nahezu alle Teilnehmer ihr bisheriges Wissen bezüglich der Titanic über Bord werfen, da man es in Hollywood mit der Verfilmung der Geschichte des Riesendampfers nicht so genau genommen hatte. Sehr anschaulich und facettenreich wurden der Bau des Schiffes, das Leben und die Persönlichkeiten über und unter Deck sowie das Wrack beschrieben, der Museumsbesuch wurde zu einem einzigartigen Erlebnis. Am Abend fanden sich Schüler, Lehrer und manche Eltern in der Schule ein, um „Farewell“ zu sagen. Einige Tränen flossen und Versprechen wurden abgenommen, sich gegenseitig zu besuchen. Instagram, Snapchat, Facetime und Co. werden glücklicherweise helfen, die Zeit bis zum nächsten Wiedersehen zu überbrücken. „Die gemeinsame Zeit mit den nordirischen Schülern ließ mich alles andere darum herum schnell vergessen. Wir hatten so viel Spaß miteinander und haben gelacht und herumgealbert, auf Englisch und auf Deutsch“, berichtete eine Zehntklässlerin auf der Heimreise.

So the craic is mighty in Northern Ireland. Dieser typische Ausspruch bringt auf den Punkt, was die Lenninger in der Woche des Austauschs erlebten: eine tolle und lockere Atmosphäre, jede Menge Gesprächsstoff und Unterhaltungen in Englisch sowie in Deutsch und täglich viel Spaß bei gemeinsamen Unternehmungen mit den Schülern der Dromore High.